Der beliebte Münchner Turmschreiber Helmut Eckl
wundert sich seit einiger Zeit darüber, dass die Zukunft früher länger war,
dass die heutige Zeit schneller vergeht als früher die Schulzeit und stellt
irritiert fest, dass seine Freunde immer depperter und die Schmerzen im linken
Knie immer heftiger werden. Der FC Bayern interessiert ihn nicht mehr und
Liebesabenteuer sind für ihn inzwischen anstrengender als mit dem Radl über den
Großglockner zu strampeln. Sein Hauptaugenmerk gilt den aktuellen Harnsäure-
und Cholesterinwerten. Vergeblich wartet er auf die Weisheit des Alters.
Der Kampf Alt gegen Jung hat begonnen. Seine Rente wird er verteidigen bis zum
letzten Gichtanfall. Es erscheint ihm unnötig, dass die Jüngeren so alt werden
müssen wie er schon geworden ist. Er weiß, wer mit den dritten Zähnen klappert,
hat das schlimmste noch vor sich.
Als Kontrast hierzu spielen die drei Frauen von
Duo Infernale. Ob brasilianische Samba, finnischer Tango, Gipsyswing, Klezmer,
japanische Geishalieder, irische Jigs oder Klassik, sie versetzen das Publikum
in Klangwelten, die weit über das Gewohnte von Weltmusikgruppen hinausgehen.
Was man hört und sieht, ist pure Lebensfreude — leidenschaftlich und
ausdrucksstark — gemischt mit instrumentaler Verve und Virtuosität. Mehr Infos
unterhttp://www.helmut-eckl.de oder http://www.trio-infernale.net
Das Brettl-Festival 2010 ist
Geschichte. Es war ein wunderschönes Fest, das uns zwar viel
Arbeit aber auch viel Freude bereitet hat. An dieser Stelle all den
treuen Gästen – von denen einige an allen zehn
Abenden anwesend waren – ein dickes Lob und
Dankeschön. Auch noch mal Danke an die vielen freiwilligen
Helfer! Wer noch mal einige optische Eindrücke vom Festival
bekommen möchte – auf unserer Homepage www.brettl-festival.de sind unter
„Galerie“ Bilder von jedem Abend eingestellt.
Außerdem findet sich dort auch ein Gästebuch
– wir freuen uns über jeden Eintrag.
„Oh himmelstrahlender Arthur …“
Am 11.10.11 starb einer, der von Anfang an dem Hörbacher
Montagsbrettl verbunden war: Arthur Loibl. Er war ein Urgestein der
Münchner Kleinkunstszene, der viele, die später bekannt oder
berühmt wurden, inspiriert hat: Fredl Fesl, Biermösl-Blosn,
Fraunhofer Saitenmusi, Mehlprimeln und und und … Sein
hervorragendes Gitarrenspiel, seine eindrucksvolle Stimme und seine
wunderbaren Bellmann- und Brecht-Interpretationen werden allen, die sie
einmal hörten, immer in Erinnerung bleiben. 2007 sang er zu
später Stunde zum letzten Mal in Hörbach (seine)
Brecht‘s „Ballade von den Seeräubern“. Das Lied
und sein Interpret werden uns immer in Erinnerung bleiben.
Leb wohl Arthur!1.10.11 starb einer, der von Anfang an dem Hörbacher
Montagsbrettl verbunden war: Arthur Loibl. Er war ein Urgestein der Münchner
Kleinkunstszene, der viele, die später bekannt oder berühmt wurden, inspiriert
hat: Fredl Fesl, Biermösl-Blosn, Fraunhofer Saitenmusi, Mehlprimeln und und und
… Sein hervorragendes Gitarrenspiel, seine eindrucksvolle Stimme und seine
wunderbaren Bellmann- und Brecht-Interpretationen werden allen, die sie einmal
hörten, immer in Erinnerung bleiben. 2007 sang er zu später Stunde zum letzten
Mal in Hörbach (seine)Brecht‘s „Ballade
von den Seeräubern“. Das Lied und sein Interpret werden uns immer in Erinnerung
bleiben. Leb wohl Arthur!
So trolln wir uns ganz fromm und sacht
vom Weingelag und Freudenschmaus,
wenn uns der Tod ruft: Gute Nacht,
dein Stundenglas rinnt aus.
Wer heut noch frech den Schnabel wetzt
und glaubt ein großer Herr zu sein:
Paß auf, der Schreiner hobelt jetzt
schon grad an deinem Schrein!
Doch scheint das Grab dir tief
und dumpf sein Druck
a la vot, so nimm noch einen Schluck
und noch einen hinterher,
und noch zwei, drei mehr
dann stirbst du nicht so schwer.
Wer nach des andern Liebsten schielt
und hält sich noch als Nobelmann
paß auf, dem Spielmann, der dir spielt
springst du ins Grab voran
Und du der blind vor Eifersucht
zerschmiß einst jedes Glas im Saal
wenn dich der Tod im Bett besucht
lang lebe dein Rival
Scheint das Grab dir tief und dumpf sein Druck
a la vot, so nimm noch einen Schluck
und noch einen hinterher,
und noch zwei, drei mehr
dann stirbst du nicht so schwer.
Was hilfts wenn du vor Wut ausspuckst
der Tod ist keiner Münze feil
bei jedem Schlückchen, das du schluckst,
schluckt schon der Tod sein Teil
Ob hohes Pack, ob nied´re Herrn,
am Ende sind wir Brüder doch
dann leuchtet uns der Abendstern
ins gleiche finstre Loch
Scheint das Grab dir tief und dumpf sein Druck
a la vot, so nimm noch einen Schluck
und noch einen hinterher
und noch zwei, drei mehr
dann stirbst du nicht so schwer
Carl Michael Bellman
nach Carl Zuckmayr und Arthur Loibl